The country in difficulty was my own

 
Es erzählt ein junger italienischer Physiotherapeut, der einige Monate am Sozialzentrum Pag-Asa von Tagaytay in den Philippinen verbringt. Eine Erfahrung, die sein Leben verändert.

„Ich war immer auf der Suche nach etwas, das mich wirklich glücklich macht und probierte alles aus. Hier habe ich verstanden, dass das Glück, das ich in materiellen Dingen suchte, nie gefunden hätte. Es gab noch ein anderes wahres und tiefes Glück zu entdecken.“ Als Daniele De Patre am Pag-asa Social center ankommt, macht er eine Erfahrung, die sein Leben nachhaltig verändert. Die Gesichter der Menschen und die Armut dieser Gegenden, die er oft im Fernsehen gesehen hat, werden jetzt greifbar.

In Tagaytay (ca. 60 km von Manila) in den Philippinen bestehen die Häuser aus einem einzigen Zimmer mit Fußboden aus festgeklopfter Erde und ohne fließendes Wasser. Die Familien haben keinen Zugang zum Gesundheits- und Sozialwesen und keine Arbeitsmöglichkeiten.

In dieser ländlichen und armen Gegend sind viele Kinder sich selbst überlassen und haben oft keine gesetzliche Identität, so dass sie von primären Sozialdiensten wie Erziehung, Gesundheit und möglicher wirtschaftlicher Unterstützung ausgeschlossen sind. Sie sind Spielball unmenschlicher Arbeit und krimineller Aktivitäten.

Das Sozialzentrum wird unterstützt durch „Patenschaften auf Distanz“ der Azione per Famiglie Nuove (eine Initiative der Familien in der Fokolar-Bewegung) und führt zahlreiche Aktivitäten im Gesundheits- und Erziehungsbereich durch. Im Bereich der Berufsausbildung werden 400 Minderjährige begleitet. Die medizinische Ambulanz behandelt Patienten mit dauerhaften Behinderungen. Hier wird Daniele bei seinem freiwilligen Einsatz als Physiotherapeut die Notwendigkeit eines anderen therapeutischen Ansatzes deutlich, der auf kontinuierlicher Interaktion und einer Beziehung im gegenseitigen Austausch mit den Patienten basiert. Bei der Übersetzung der Briefe, die die unterstützten Kinder an ihre Paten schreiben, fühlt Daniele sich in ihre Welt einbezogen. Er nimmt die Freuden, Schwierigkeiten und Hoffnungen dieser Kinder wahr, die er dann während der Besuche in den barrios persönlich trifft.

Das Leben in Teramo, der Geburtsstadt von Daniele, ist jetzt weit weg, so wie die 26 Jahre, die zwischen Arbeit und Ausflügen mit Freunden vergingen. „Sehr tief verwurzelte Situationen der Armut zu sehen – das war schwer für mich zu akzeptieren“, sagt Daniele. „Aber allmählich habe ich auch Solidarität und Großzügigkeit unter den Menschen entdeckt, die mich daran denken ließen, dass das Land, das wirklich in Schwierigkeiten ist, vielleicht eher mein Heimatland ist, mit der Gleichgültigkeit, der Isolation und Verschlossenheit.“

„Einmal – erzählt er – kamen wir zu einem barrio, der so verschlammt war, dass wir den Hügel wirklich nicht mit den Flip-Flops hinaufsteigen konnten. Also haben Heero und ich die Latschen unten am Weg gelassen. Als wir zurückkamen, waren sie nicht mehr da… Aber nach zwei Tagen fanden wir sie am Sozialzentrum wieder.“ „Ich werde nie den Tag vergessen – fährt er fort – an dem wir einen barrio besuchen gingen und es so regnete, dass wir uns verlaufen hatten. Drei Kinder haben uns gesehen und kamen im Regen zu uns und waren überglücklich, uns zu führen.“ In den Monaten in Tagaytay hat Daniele in jeder Tat der Großzügigkeit das entdeckt, was er suchte: „Das Leben ist sehr viel mehr als das, was man messen kann.“

All das, was in seinem bequemen Leben in Teramo kostenlos und selbstverständlich war, mußte hier schwer erarbeitet werden: Nahrung, Kleidung, Medikamente und alles andere. „Auch ich möchte einen Baustein setzen – schreibt er – für den Aufbau einer Welt, in der ich und meine Brüder auf die gleiche Weise essen können, beide die Möglichkeit haben zu studieren und sich zu bilden, die Möglichkeit haben, sich zu kleiden und zu spielen ohne zu betteln, ein Dach haben und ein Bett, auf dem man nachts liegt und träumt, dass endlich eine gerechtere Welt nicht nur Utopie bleibt.“

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